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Rebel Wilson ist eine großartige Schauspielerin. Seit ich sie das erste Mal in „Pitch Perfect“ gesehen habe, konnte ich mich mit ihr identifizieren. Gewicht egal, Ausstrahlung umwerfend und verrückt ist sie ebenso wie ich. Jetzt spielt sie die Hauptrolle in der neuen Netflix-Produktion „Isn’t It Romantic“ und zeigt damit allen, worauf es wirklich ankommt – Vorsicht Spoiler!… Selbstliebe!

Eine Parodie mit wichtiger Botschaft

Rebel Wilson spielt die Architektin Natalie, eine RomCom-Hasserin, die mehr aus Pflicht als aus Spaß ins Büro geht und den Alltag an sich vorbeiziehen lässt. Ihre Assistentin Whitney flüchtet vor dem Büroalltag und versinkt in den  unrealistischen Geschichten romantischer Komödien. Geschlechterrollen, das aufregende Großstadtleben und die Entstehung einer Beziehung werden immer gleich dargestellt. Filme wie „Die Hochzeit meines besten Freundes“ und „30 über Nacht“ feierten große Erfolge – insbesondere unter Frauen. Doch Natalie hat all diese Klischées durchschaut – dank ihrer Mutter, die ihr als Kind schon beigebracht hat, dass Frauen wie sie niemals eine Geschichte wie „Pretty Woman“ Julia Roberts erleben werden. Nun ist sie absolute Gegnerin dieses Sub-Genres.

Groß, größer, romantische Komödie

Die Autorinnen Erin Cardillo, Dana Fox und Katie Silberman lassen Natalie, nachdem sie gegen einen Pfahl gelaufen und ohnmächtig geworden ist, in einer RomCom erwachen, in der sie vom gut aussehenden TV-Arzt berüßt wird.  Sie gestalten damit eine großartige Parodie eben der Filme, die Frauen über Jahre völlig absurde Erwartungen an die Entstehung von Beziehungen verpasst haben. Kaum hat sie das Krankenhaus verlassen, trifft sie den gutaussehenden, erfolgreichen Mann ihrer Träume. Sie kommt nach Hause in ein riesiges Apartment, besitzt einen Kleiderschrank, der die Größe ihres eigentlichen Apartments übertrifft und ihr Büro sieht plötzlich aus, wie die trendigste Werbeagentur. Ihr Assistentin Whitney ist nun ihre Erzfeindin, denn scheinbar sind Frauen in diesen Filmen immer Konkurrentinnen. Ihre anderen Kollegen liegen ihr jedoch zu Füßen.

Und dann ist da noch ihr Kollege Josh. Er ist in der Realität schon in Natalie verliebt, ihr fehlt jedoch jeglicher Blick für Liebe. Er bleibt in der Friendzone. In der RomCom-Parallelwelt rettet Josh einem Supermodel das Leben und möchte sie schon kurz darauf heiraten. Und weil Natalie natürlich bemerkt, dass nicht der Schönling Blake der Mann ist, den sie liebt, sondern Josh, möchte sie die Hochzeit verhindern.

Der Weg zur Selbstliebe

Und während sie die berüchtigte „Du gehörst zu mir“-Rede hält, bemerkt sie, dass das Ziel ihrer persönlichen RomCom niemals war, jemand anderes zu lieben, sondern einzig und allein sich selbst. Sie wacht erneut auf – in der realen Welt und hat viel dazu gelernt. Sie braucht weder die Liebe noch die Bestätigung von anderen. Alles was sie braucht, ist sich selbst so zu akzeptieren wie sie ist. Ja, sie ist kein Supermodel, aber das positive Verhältnis zu sich selbst beeinflusst sofort den Umgang anderer mit ihr. Sie ist nicht länger dazu bereit, die Aufgaben ihrer Kollegen zu erledigen, die ihre Gutmütigkeit immer ausgenutzt haben. Dem schönen Hotel-Tycoon präsentiert sie keinen Kaffee, sondern ihre umwerfende Idee eines Parkhauses für sein Hotel.

Immer unterschätzt, immer im Dunkeln, immer unauffällig sieht sie in ihrer Architektur auch den Wert von etwas, das von Menschen bisher nie wahrgenommen wurde und spricht somit klar von sich selbst.

„Was unsichtbar war, wird zum Hingucker, strahlt Schönheit aus und findet Beachtung, weckt Aufmerksamkeit und wird dadurch zu etwas ganz Besonderem.“

Der Film endet mit einem großartigen Song von Madonna. Natalie stellt klar, dass sie sich selbst komplett macht und kein Mann, springt aus dem Fahrstuhl und singt.

„Don’t go for second best, baby, put your love to the test. You know you got to express how you feel and maybe then you know your love is real.[…] You deserve the best in life so if the time isn’t right, then move on. Second best is never enough, you do much better, baby, on your own.“