Jeden Tag werde ich mit Vorurteilen konfrontiert. Denn natürlich ist der einzige Grund dafür dass ich dick bin, dass ich esse und faul zuhause rumsitze. Dies ist für viele Menschen unserer Gesellschaft die einzige Erklärung, die allgemein gültig ist und auf keinen Fall angefochten werden sollte. Wer sich dann auch noch liebt und selbstbewusst seinen Mitmenschen gegenüber tritt, wird oft belächelt? Schluss damit!

Auf Social-Media-Plattformen gibt es häufig Kommentare zu Fotos und Artikeln, die dicke Menschen thematisieren. Da liest man: „Vielleicht ist sie krank“, oder „Sie kann sicher abnehmen, wenn sie nur möchte“. Warum werden wir heutzutage überhaupt noch derartig auf unser Gewicht reduziert und warum machen sich alle so viele Gedanken darum, warum ich aussehe wie ich aussehe? Ist es für andere nicht völlig egal, warum andere Menschen dick, dünn, muskulös oder schlacksig sind? Was bringt es unseren Mitmenschen, sich derartig an unserem Aussehen zu stören?

Ihr und eure Vorurteile

Wer dick ist, muss sich hassen! Wer dick ist, muss sich verstecken! Wer dick ist, soll nur weite, schwarze Kleidung tragen und sich möglichst unauffällig verhalten. Sei als Dicker bitte nicht zu glücklich, zu extrovertiert, zu beliebt.

Warum sollen wir uns nicht genauso verhalten, wie dünne Menschen? Und sollte automatisch jeder schlanke Mensch glücklich und ohne Probleme durch die Welt laufen? Es ist wirklich schwierig, die Fettphobie derer, die nicht dick sind zu verstehen. Dass der Horizont hier nicht sehr weit reichen kann, ist Menschen bei klarem Verstand sicherlich bewusst.

Hier also einmal für alle:
Die Gründe für Übergewicht sind völlig unterschiedlich. Tatsächlich gibt es Menschen, die dick sind, weil sie falsch essen und sich zu wenig bewegen. Umgekehrt gibt es jedoch auch viele, die sich jeden Tag eine Pizza und drei Liter Cola reinhauen und nur bei Netflix auf der Couch liegen und dennoch schlank sind.
Dass es auch Frauen und Männer gibt, die auf ihre Ernährung achten und regelmäßig zum Sport gehen und trotzdem mehr als der Durchschnitt wiegen, kann es in den Augen unserer horizontlosen Fettphobiker aber auf keinen Fall geben.

Jeder Körper ist absolut individuell. Jeder Stoffwechsel ein anderer. Die Abläufe in unserem Körper sind derartig komplex, dass auch Ärzte sie nicht richtig fassen können und man sogar aus medizinischer Richtung ganz unterschiedliche Meinungen hört.

Krankheiten können zu Gewichtszunahme führen. Die Krankheiten sind oft nicht sichtbar. Sie bringen den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel völlig durcheinander und egal wie gesund Frau oder Mann sich ernährt, es wird sich nichts am Gewicht ändern.

Klein-Mona, ein Beispiel

Es müssen oft aber gar keine Krankheiten sein, die zu den Kilos führen. Klein-Mona hat immer mit ihrem Bruder Klein-Andi gespielt. Sie sind Fahrrad gefahren, sind durch den Wendehammer der Straße gelaufen und haben Ball gespielt. Während Klein-Andi Handball für sich entdeckte, testete Klein-Mona den Sport nur kurz aus und entschied sich dann für das Tanzen – Hip Hop, Jazzdance – sie war wirklich aktiv und doch war sie schon im Kindergarten immer das dicke Kind. Klein-Monas Körper war einfach ganz anders als der ihres Bruders. Auf das Essen zuhause konnte man das Gewicht auch nicht schieben, denn schließlich aßen beide das Gleiche.

Und seit Klein-Mona 13 Jahre alt war wurde ihr immer wieder eingeredet, sie müsse dünn sein und so aussehen, wie ihre Freundinnen. Musste sie nicht!

Und heute liebt sich Mona, mit 1,60 m übrigens immer noch nicht besonders groß, genauso wie sie ist! Ich liebe mich! Ich finde mich toll. Ich liebe meine Augen und meine Lippen, meine auffälligen Wangenknochen und ja, ich liebe auch meine Kurven! Ich liebe meine Offenheit, die es mir ermöglicht, immer wieder ganz wundervolle Menschen kennen zu lernen. Ich liebe meine Hilfsbereitschaft und dass ich mich auch einmal hinten anstellen kann, um anderen helfen zu können. Ich liebe die Menschen die mich lieben, lieb haben und mögen. Nicht jeder kann mich mögen und das ist in Ordnung. Ich mag ja auch nicht jeden.

Es sich zum Vorwurf machen zu lassen, dass man ein sehr gesundes Verhältnis zu sich selbst hat, ist ein absolutes No-Go. Selbstbewusstsein ist wunderbar! Ja, ich liebe mich kleine dicke Frau!