Meine Playlist im Winter, mit Kakao und Popcorn vorm Kamin

Es ist Dezember. Es geht auf Weihnachten zu. Melancholische Musik für kuschelige Stunden ist ganz meins. Ich liebe es, in meinem Opa-Sessel zu sitzen, zu lesen, aus dem Fenster zu schauen, Musik zu hören und mich in Tagträumen zu verlieren. Vielleicht denke ich ja sogar an jemand ganz bestimmtes und das bringt mich in eine ganz besonders kuschelige Stimmung.

Ed Sheeran – Give me love

Der Erzähler ist von einer früheren Beziehung noch nicht ganz geheilt, beschäftigt sich aber damit, nach jemand anderem zu suchen,  obwohl er emotional noch gar nicht für etwas Neues bereit ist. Er möchte die Person, er möchte die Liebe der Person, aber er ist einfach noch nicht ganz bereit dafür. Er weiß, dass er sich der neuen Person gegenüber unfair verhält. Er sucht jemanden, dem er nahe sein kein, aber mehr kann er derzeit nicht geben. Während des Songs öffnet er sich der neuen Liebe immer mehr. Der Song hört sich an sich immer gleich an und dennoch gibt es beim Erzähler eine ganz klare Entwicklung in die Richtung bereit zu sein, für die neue Liebe. Und dann möchte er diese Liebe nicht nur für eine kurze Zeit, sondern für immer. Er braucht zwar noch ein bisschen Zeit, aber er verspricht nun mehr.  Der Song geht so weit, dass der Erzähler sich nachher an die neue Liebe richtet und nur noch sie will.

Warum der Song mir so viel bedeutet? Ich denke, ich kenne jemanden, der in dieser Situation steckt. Und auch wenn es unglaublich schwer ist, für einen langen Zeitraum geduldig zu sein, habe ich das Gefühl, dass sich all diese Geduld auszahlen wird und zu etwas Großartigem führt.

Hillary Scott & The Scott Family – Thy Will

Manchmal trifft man Menschen, die einen wieder auf den richtigen Weg führen. So einen Menschen habe ich getroffen. Ich bin nie komplett von meinem Weg abgekommen, kein Schicksalsschlag hat mich derartig zurück geworfen, dass ich das Leben aus den Augen verloren habe. Aber einen wichtigen Teil meines Lebens habe ich zeitweise aus den Augen verloren – Gott. Viele Menschen glauben in eine höhere Macht. Jeder kann eine Entscheidung treffen, ob man diese höhere Macht Gott nennen möchte oder einfach etwa gibt, das größer ist als wir. Nachdem ich diesen wirklich besonderen Menschen kennen gelernt habe und wir im Aufbau unserer Beziehung, egal in welche Richtung diese geht, über das was wir glauben gesprochen haben, habe ich ein großartiges Gefühl in mir gespürt und ich wusste, dass dieser Mensch aus einem bestimmten Grund in mein Leben getreten ist. Und dann habe ich diesen Song bei Spotify gehört und ich wusste, dass unsere Wege sich nicht umsonst gekreuzt haben.

Blake McGrath – Instead

Herrzzerreißend! Liebe, die nicht erwidert wird, obwohl man weiß, dass man die bessere Wahl für einen Menschen wäre. Es sind so viele Gemeinsamkeiten vorhanden, man spricht über alles, man ist immer für einander da. Man teilt Traurigkeit und glückliche Momente und doch ist man nicht der eine Mensch für den anderen.

Aber warum kann der andere mich dann nicht gehen lassen? Warum will diese Person mich nicht verlieren? Jeder Versuch zu gehen, wird gestoppt. Für einen Moment bekomme ich mehr Aufmerksamkeit, aber du hast dich nicht für mich entschieden. Warum? Du hast dich für jemand anders entschieden. Und damit es mir besser geht, muss ich gehen. Vielleicht spürst du auch, dass du dich falsch entschieden hast. Aber solange du nichts an der Situation änderst, muss ich gehen. Wir beide wissen, dass ich besser für dich wäre.

Dieser Song geht mir richtig nahe, gibt es doch Momente, in denen auch ich mich so fühle.

Lea Leiser – Leiser

Diese Zerbrechlichkeit des Liedes hat mich vom ersten Ton an gefangen. Das Lied darüber, wie man irgendwann feststellt, dass jemand einfach nicht der Richtige ist, obwohl es andere schon so lange vorher festgestellt haben. Die ganze Beziehung mit diesem nicht richtigen Mann hat die Sängerin verändert und sie hat sich irgendwie damit arrangiert und schafft es doch endlich, sich zu lösen. Warum mich das Lied so berührt? Weil ich es im April endlich geschafft habe, mich von so einer belastenden Person zu lösen. Das Jahr ist vorbei und ich bin genau so wie ich immer sein wollte und meine Freunde erkennen mich wieder.

Idris Elba – Mi Mandela

Ich liebe den sonnigen Sound des Songs. Musikalisch ist es natürlich nichts besonderes. Die Melodie ist eingängig, der Text eine Hommage auf Nelson Mandela. Aber Idris Elbas Stimme ist einfach unfassbar attraktiv und dieser britische Akzent einfach etwas, dem man stundenlang lauschen möchte.

Damien Rice – Cannonball

Der Song ist nicht neu, sondern einer meiner All-Time-Favorites und auf jeder Playlist vorhanden. Ich liebe Songs, die nur aus Gitarre und Gesang bestehen und Rice ist ein großartiger Künstler, der beides perfekt einzusetzen weiß.

Colony House – This Beautiful Life

Der Song hat einen ganz atemberaubenden, eigenen Sound und man wird in eine kuschelige Holzhütte mitten im Wald versetzt, schaut aus dem Fenster und ist umgeben von Schnee. Das Leben ist wunderschön!

Låpsley – This Woman’s Work

Låpsley hat eine wunderschöne Zerbrechlichkeit in ihrer Stimme und bringt mit ihrer Version von Maxwells Song etwas ganz Eigenes. Während mir bei Maxwell das Herz zerbricht, wirkt Låpsley so, als habe sie sich mit der Traurigkeit abgefunden und wenn sie singt: „I should be crying but I just can’t let it show“, meint sie es genau so. Sie hält die Tränen zurück und trauert nun ganz ruhig für sich. Der große Gefühlsausbruch findet nur in ihrem tiefsten Inneren statt. Einfach wundervoll.

Joel Ansett – Give Our Hearts Some Weight

Ein traumhafter Song, mit der Bitte Herzen zu stärken, um an dem Ort, an dem man gemeinsam angekommen ist, zu bleiben. Haben die Herzen kein Gewicht, können sie wieder davon fliegen und somit auch die Gefühle, die man mühevoll aufgebaut hat. Man möchte nicht mehr umhertreiben und ist müde vom ständigen Wechsel eines Weges.